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Ein Aquarium einrichten

Ein Aquarium so einzurichten, dass es über lange Zeit ohne Probleme gut funktioniert und dabei wenig Pflege braucht, erfordert sorgfältige Planung.
Bevor Ihr Euch ein Aquarium anschafft, solltet Ihr einige Vorüberlegungen treffen.

Wie groß soll das Aquarium sein?
Das hängt nicht nur vom Platzangebot und der Tragfähigkeit eurer Möbel und des Zimmerbodens ab. Die Aquariengröße muss auch für die darin gepflegten Tiere ausreichend sein. Ihr müsst Euch also vorher überlegen, ob Ihr kleinen Schneckenbuntbarsche, Kampffische, Garnelen oder Krebse in einem Artbecken pflegen wollt oder ob es ein Gesellschaftbecken mit mehreren verschiedenen Fischarten werden soll. Einen kleinen Einblick, welche Aquariengröße für welche Tiere geeignet sind, bekommt ihr in unserem Artikel "Einsatzmöglichkeiten für verschiedene Aquariengrößen".

Wie viel Pflegeaufwand möchtet Ihr betreiben?
Wenn Ihr nur Euere Fische Tiere füttern und alle zwei Wochen einen Wasserwechsel machen wollt, wählt Ihr am besten einige pflegeleichte, grüne Pflanzenarten aus, die bei Euch ohne Probleme wachsen.
Wenn Ihr bereit seit wöchentlich den Pflanzenbestand zu schneiden, neu zu stecken und auch gezielt zu düngen, dann könnt Ihr auch einige schöne rotblättrige Pflanzen kultivieren und eine harmonische Bepflanzung erzielen.
Wenn Ihr Euch an einem "holländischen Pflanzenaquarium" oder an "Aquascaping" versuchen wollt, dann benötigt ihr reichlich Licht über dem Aquarium, Bodengrunddünger und eine zusätzliche Kohlendioxiddüngung. Abhängig von Eueren Wasserwerten kann auch eine Wasseraufbereitung mit Osmoseanlage oder Torffilterung notwendig sein.

Wie groß darf der technische Aufwand sein?
Wenn Ihr Euch an einem "holländischen Pflanzenaquarium" oder an "Aquascaping" versuchen wollt, dann benötigt ihr reichlich Licht über dem Aquarium, Bodengrunddünger und eine zusätzliche Kohlendioxiddüngung. Manche Tiere und Pflanzen benötigen spezielle Wasserwerte, die eventuell von den Werten Eures Leitungswasser abweichen. Wenn das so ist, könnt Ihr sie nur halten, wenn Ihr Regenwasser oder Osmosewasser verwendet oder über Torf filtert, um das Wasser weicher und sauerer zu bekommen bzw. es mit Spezialsalzen aufhärtet, um es härter zu machen.
Ist Euch dieser technische Aufwand zu hoch, müsst Ihr Euch bei der Auswahl von Tieren und Pflanzen auf die beschränken, die mit den durch das Leitungswasser vorgegebenen Wasserwerten gut zurecht kommen.

Aquarienpflanzen auswählen

Gemäß Eurer Vorüberlegungen wählt Ihr dann das Becken, die technische Ausstattung, den Kies und natürlich auch die Pflanzen aus. Bei der Auswahl der Pflanzen werden verschiedene Pflanzenhöhen, Blattformen und Farben miteinander kombiniert, damit die Bepflanzung abwechslungsreich und dekorativ wird. Zu Beginn werden werden 80 % der Bodenfläche bepflanzt.Dann sind gleich zu Beginn genug Pflanzen da, um mit Algen zu konkurrieren und der Bodengrund wird durch die Wurzeln mit Sauerstoff versorgt, was Fäulnis vorbeugt.
Die Auswahl der Pflanzen ist dabei abhängig von den Wasserwerten und dem Lichtangebot, die an die Bedürfnisse der Tiere angepasst sein müssen.

Beispiel: Gesellschaftsbecken-Becken
- weiches bis mittelhartes Wasser, Mischung aus Lebendgebärenden, Salmlern, Barschen und Welsen
- große Auswahl an Pflanzen

Beispiel: Salmler- oder Barben-Becken
- weiches Wasser, kleine gesellige Fische, die freien Schwimmraum mögen
- mögliche Bepflanzung: Wendt´s Wasserkelch, Neuseelandgras, Kleine Ambulia, Tausendblatt, Schwertpflanzen, dazu Weichwasserpflanzen wie z.B. Eriocaulon

Beispiel: Malawi-Barsche - hartes Wasser, geringe Belichtung, Pflanzen fressende Fische
- Steinaufbauten
- mögliche Pflanzen: Hammerschlag-Wasserkelch, Roter Riesen-Wasserkelch, Schmales Speerblatt, Barter´s Speerblatt, Krause Hakenlilie und andere

Eine Auswahl von Pflanzen für verschiedene Aquariengrößen findet Ihr hier.

Einen Plan zu haben ist immer gut

Zum Abschätzen des Platzbedarfs hilft ein Pflanzplan mit einer 5 bis 10 cm-Skalierung. Darin wird die Position der gewünschten Pflanzen markiert. Ein Bund "buschiger" Pflanzen (Haarnixe, Tausendblatt, Ambulie) bedeckt etwa 10 x 10 cm Bodenfläche. Aufrechtere Pflanzen (Laichkraut, Vallisnerien, Pfeilkräuter) nehmen etwas weniger Platz ein und Ihr benötigt für 10 x 10 cm etwa 3 Bunde. Ein Topf Neuseelandgras (Lilaeopsis) oder von der Grasartigen Amazonas-Schwertpflanze (Helanthium tenellum) reichen für etwa 5 x 5 cm. Schwertpflanzen (Echinodorus) nehmen nach dem Anwachsen 15 x 15 cm oder noch mehr Fläche ein. Um optische Tiefe zu erreichen sollten alle Pflanzen in Gruppen gepflanzt werden.
Der Raum für Steinaufbauten oder Wurzeln wird in der Planung berücksichtigt.

2 Beispiele für einen Pflanzplan

So eine Skizze von einem Pflanzplan hilft dabei die Mengen und Größen abzuschätzen, die für die Einrichtung eines Aquariums gebraucht werden. Jede Zahl im Pflanzplan steht für eine Einheit einer bestimmten Pflanzenart. Die schraffierten Flächen sind Wurzeln oder Steine.
Unten ist ein Beispiel für die Bepflanzung eines 60 x 30 x 30 cm großen Beckens.
Bild eines Aquariums und der Pflanzplan mit Einkaufsliste
Möglichkeiten für die Bepflanzung gibt es viele. Je größer das Becken ist, desto mehr Möglichkeiten bieten sich.
Das unten abgebildete Aquarium ist zum Beispiel als Gesellschaftsbecken für Lebengebärende, Salmer, Barben, Fadenfische, Skalare, Regenbogenfische, Ohrgitterharnischwelsen und andere geeignet. Für Diskus ist es aber zum Beispiel ungeeignet, weil es zu hell und zu kühl ist. Auch Panzerwelse würden sich hier nicht wohlfühlen, weil ihnen der Sandboden zum Gründeln fehlt. Der hier sichtbare Ausschnitt ist etwa 125 cm breit.
Die tatsächlich in diesem 2-Meter-Becken lebenden Fische (u. a. Kardinalfische und Fadenfische) befanden sich zum Zeitpunkt der Aufnahme übrigens "fütterungsbedingt" alle rechts vom Bildausschnitt in dem Teil des Beckens, der hier nicht zu sehen ist.

Pflanzenaquarium

Pflanzen vorbereiten

Aquarienpflanzen werden im Handel in Töpfen oder als Bunde angeboten.
Seit einigen Jahren gibt es auch In-vitro-Pflanzen, die direkt aus dem Labor in den Handel kommen und in winzigen Dosen für hohe Preise angeboten werden. Sie bieten dem Aquarianer keinen Vorteil und sind eigentlich nur interessant, wenn besonders seltene Arten oder Sorten angeboten werden, die sich nur schwer kultivieren lassen. Da diese aber weder für den Einsteiger noch für die Ersteinrichtung eines Aquariusm taugen, lassen wir die hier mal außen vor.
Stängelpflanzen sind in der Regel unbewurzelt und mit Bleiband oder einem Gummiband zusammen gehalten. Seltener sind sie bewurzelt in Töpfen zu bekommen.

Nach dem Öffnen des Bundes werden die einzelnen Stängel von faulen Blättern und gequetschten Teilen befreit. Danach werden sie nach Größe sortiert oder gegebenen Falls auf verschiedene Längen gebracht, damit sie stufenförmig von vorne nach hinten gepflanzt werden können.

Topfpflanzen werden vorsichtig aus den Töpfen gezogen. Dabei sollen möglichst viele Wurzeln erhalten bleiben. Es wird immer wieder behauptet, dass die Wurzeln ohnehin absterben, weil es "Land- oder Luftwurzeln" seien und sich im Aquarium neue "Wasserwurzeln" bilden würden. Die Wurzeln der Landformen unterscheiden sich in ihrer Struktur aber nicht von denen an Pflanzen, die komplett unter Wasser wachsen. Sind die Wurzeln extrem lang, dann müssen sie gekürzt werden, so dass sie in das Substrat gesetzt werden können. Durch das vollständige Entfernen der Wurzeln wird die Pflanzen jedoch geschwächt, ihr Anwachsen verzögert sich und sie findet beim Pflanzen schlecht Halt.
Sollten die Wurzeln sich also nicht durch die Öffnungen im Topf ziehen lassen, können sie abgeschnitten werden. In besonders schweren Fällen sollte man aber eher den Topf zerschneiden, als die Pflanze.

Schritte zum Austopfen einer Cryptocoryne

Bei diesem Spiraligen Wasserkelch sind mehrere Ausläufer durch den Gittertopf gewachsen und die verdickten, verknotenen Wurzeln verhindern zusätzlich dass die Pflanze anfach aus dem Kopf gezoegen werden kann.
Zunächst werden die Ableger mit einem scharfen Messer von der Mutterpflanze getrennt. Nachdem die Wurzeln aufgelockert wurden, können die Jungpflanzen abgelöst werden. Die dicken Wurzeln der Mutterpflanze werden entfernt. Die feineren Wurzeln lassen sich dann leicht durch den Gitterboden des Topfes ziehen.
Auf diese Weise lassen sich auch Echindorus gut austopfen.


Pflanzen arrangieren

Vor Beginn werden die Pflanzen, Hözer und Steine im leeren Becken auf dem Kies arrangiert, um ihre endgültige Position festzulegen. Das verringert das Herumrücken im Becken, nachdem das Wasser eingefüllt wurde. Dann wird das Becken etwa zur Hälfte gefüllt. Während das Wasser sich etwas klärt, werden die Pflanzen vorbereitet und eingesetzt. Die einzelnen Stängel oder Rosetten werden mit den Fingern oder mit einer Pinzette platziert. In abgestuften Gruppen wirken Stängelpflanzen am Besten. Zur Bestimmung der maximalen Höhe kann man die Stängel direkt am Beckenrand abmessen und auf die gewünschte Länge bringen. Die Pflanzen, die weiter im Vordergrund stehen, werden 3 bis 5 cm kürzer geschnitten. Das Kürzen erfolgt etwa einen halben Zentimeter unter den Blattknoten, weil sich am Blattknoten die neuen Wurzeln bilden werden. Es sollte immer mit einem scharfen Messer geschnitten werden. Scheren oder Fingernägel können das Gewebe quetschen und ein Absterben verursachen.
Pflanzen mit größeren Blättern benötigen einen weiteren Abstand. Kleinere Pflanzen werden dichter gesetzt.

Aufbinden auf Holz oder Stein

Zum Aufbinden eignen sich sehr verschiedene Materialien. Meist werden Wurzeln verwendet, die wegen ihrer Form besonders leicht zu bearbeiten sind. Wichtig ist, dass sie vor dem Aufbinden lange genug gewässert werden, damit sie sofort untergehen und nicht mit den Pflanzen durch das Aquarium treiben. Sie sollten auch gut abgebürstet werden, weil lockere Schichten den Pflanzenwurzeln wenig Möglichkeit zum Anhaften geben.
Steine eignen sich ebenfalls gut zum Aufbinden. Kalkhaltiges Gestein sollte aber nur für Afrikanische Barschbecken und andere Hartwasser-Aquarien verwendet werden. Seltener werden Kokosnuss-Schalen verwendet. Sie eignen sich aber hervorragend, besonders für Speerblätter, weil sie eine sehr feste Oberfläche haben, an denen die Wurzeln bereits nach wenigen Tagen haften.
Zum Aufbinden eignen sich Farne (Microsorum, Bolbitis), Speerblätter (Anubias) und Moose (Pellia, Vesicularia, Taxiphyllum, Riccia). Bei der Auswahl der Pflanzen sollte man darauf achten, dass die einzelnen Rhizomstücke der Farne und den Speerblättern mindestens 2 bis 3 cm lang sind und mindestens drei bis vier Blätter haben. Bei kürzeren Stücken wird das Aufbinden schwierig, weil jedes Stück mindestens an zwei Stellen umwickelt werden muss, damit es fest sitzt und sich nicht dreht.